Samstag, 27.02.2021
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Entscheidungen | Areal Hotel InterContinental Vienna, Wiener Eislaufverein und Wiener Konzerthaus | Isay Weinfeld, Sao Paulo

Isay Weinfeld, Sao Paulo

1. Rang, Gewinner, Preisgeld EUR 45.000,-

Konsulenten: Bollinger, Grohmann und Schneider ZT GmbH, Wien (Tragwerksplanung); ZFGProjekt
GmbH, Baden/A (Ingenieurbüro TGA); Bollinger, Grohmann Consulting GmbH,
Frankfurt (Fassadenplanung); DBI – Düh Beratende Ingenieure, Wien (Brandschutz); Buttler
Harrer Büro für Architektur, Wien (Kostenplanung)
Freiraumplanung:
Franziska Mayer-Fey, Herrsching/D (Beratung Pflanzen)
Kennnummer: 7001
Mitarbeiter: Angestellte Mitarbeiter und Studierende: Lucas Jimeno Dualde
Freie Mitarbeiter: Sebastian Murr, Katherina Deborah Ortner, Wolfram Winter
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Modellfoto, © Isay Weinfeld


Lageplan, © Isay Weinfeld


Außenperspektive, © Isay Weinfeld


Außenperspektive, © Isay Weinfeld


Innenperspektive, © Isay Weinfeld



Bewertung des Preisgerichts:

Grundidee des Projekts ist das Weiterbauen der Stadt, ausgehend vom bestehenden InterCont-Hotelbau und auch von der Stadtidee, die dieses verkörpert. Diese Idee ist antithetisch zur Blockstadt des 19. Jahrhunderts, was an diesem Ort nachvollziehbar und logisch erscheint auf Grund des vorhandenen Baukörpers ebenso wie auf Grund der Besonderheit der Glacis-Zone in ihrer morphologischen Diskontinuität zur Inneren Stadt und zum angrenzenden 3. Bezirk. Die hier weitergeführt Stadtidee komponiert solitäre Baukörper zu einem Ensemble, das als Komposition sowohl in Verhältnis und Proportion seiner Elemente zueinander wie zum Kontext insbesondere des Konzerthauses und des Stadtparks funktionieren muss. Diesem Anspruch wird das Projekt gerecht, indem es zur vorhandenen Scheibe einen Turm sowie einen gemeinsamen Flächensockel komponiert. Der vorhandene Baukörper wird in diesem Zug elegant von seinem unklaren Quertrakt-Anbau befreit, indem die entfallene Fläche in Form eines Dachausbaus der vorhandenen Technikflächen sowie eines Zusatzgeschosses und einer Verbeiterung zur Lothringer Straße kompensiert werden. Es wird kontrovers diskutiert, ob durch eine Reduzierung der Höhe der Hotelscheibe eine bessere Relation von Scheibe zu Turm erreicht werden kann. Das Wohngebäude wird als eigenständiger Turm in einer Entfernung von etwa 15m von der Hotelscheibe eingerückt und etwa mittig zwischen Lothringer Straße und Heumarkt situiert. Der beide Baukörper verbindende Sockel ist funktional vielfältig angelegt und dient sowohl der Haupterschließung des Hotels mit Lobby und Rezeption als auch des Wohnens und weist zudem zur Stadt gewandte Flächen für Konferenz, für Gastronomie sowie zum Eisfeld Flächen für den Eislauf aus. Lichthöfe belichten die kompakte und gut organisierte Sockelpassage, die aus mehreren Zirkulationsräumen besteht und dreiseitig an die Johannesgasse, die Lothringer Straße sowie an das Eislauffeld anschließt. Über eine innenliegende Treppe im Sockelbereich kann das Sonnendeck oberhalb des Sockels erreicht werden. Eine breitere, direkt an den öffentlichen Stadtraum anschließende Treppe zum Deck erscheint wünschenswert, um den städtisch-öffentlichen Charakters des Decks zu gewährleisten. Die Idee dieses Stadt-Raums, der wie ein erster Rang zum Eislauf schaut, erscheint der Jury ein wichtiges Gestaltungsmerkmal des Entwurfs. Vom Belvedere aus erscheint das Projekt als sichtbare, klare Form. Der Eislauf ist annähernd ebenerdig mit dem Stadtraum verbunden, bildet überzeugend eine Passage zum Heumarkt sowie eine Anbindung zum Konzerthaus, die diesem zusätzliche Ein- und Ausgänge ermöglicht. Die Eislauffläche wird durch einen eigenständigen Solitärbaukörper zum Heumarkt begrenzt, während er zur Lothringer Straße völlig offen ist. Der Bau zum Heumarkt ist als eigenständiges Bauwerk in der Lage, die Baumasse des Hotel- und Wohnbaukomplexes gegenüber dem Konzerthaus zu moderieren und agiert als Zwischengebäude, das dem Konzerthaus den nötigen Respekt entgegenbringt. Es weist im Sockelgeschoss Garderoben und Nebenräume des Eislaufs aus, was de facto eine Rückseite darstellt. Hier ist Verbesserungsbedarf vorhanden, der in einer Überarbeitung leicht zu erreichen ist. Ebenso ist der Abschluss zur Lothringer Straße und damit eine stärkere Fassung des Eislaufs durch gastronomische Pavillons zu erwägen, um Banden am Gehweg zu vermeiden und vor allem um eine Sommernutzung mit Gastronomie in einem gefassten Raum analog Museumsquartier zu ermöglichen. Dieses Potential eines belebten öffentlichen Raums wird von der Jury ausdrücklich in der Anlage gesehen und begrüßt. Die Fassaden des Bestandsgebäudes werden durch den Entwurf komplett überarbeitet, indem eine Vergrößerung der Fenster und eine stärkere Öffnung des Gebäudes zur Stadt vorgeschlagen wird. Mit schlanken Ecken und einem ruhigen Fachwerk, das durch asymmetrische Bronze-Inlays in der zweiten Ebene fein differenziert wird, ist der große Baukörper sehr stadtverträglich und wird gegenüber dem Bestand verbessert. Der Wohnturm erhält eine etwas geschlossenere und ebenso ruhige Fassade, die mit der Fassade des Hotels eine Fassadenfamilie bildet und sich dabei zugleich differenziert. Hier könnte in einer Überarbeitung noch Potential zur Verfeinerung liegen, wobei Ruhe und elegante Unaufgeregtheit des Entwurfs ausdrücklich gewürdigt werden. Der Flachbau des Sockels sowie der Solitär zum Heumarkt haben ebenfalls eigenständige Glasfassaden, die sich zurücknehmen und dabei die Eigenständigkeit der Elemente unterstreichen. Die Verkehrserschließung des Projekts ist grundsätzlich funktionsfähig. Die Vorfahrt in der Johannesgasse ist im Hinblick auf eine Benutzbarkeit mit Reisebussen und eine ausreichende Gehsteigbreite vor dem Hoteleingang zu optimieren. Die Tiefgarage bedarf einer Überarbeitung, um eine Befahrbarkeit im Gegenverkehr sicher zu stellen. Die funktionalen Anforderungen der einzelnen Nutzungsbausteine sind fast ausnahmslos überzeugend erfüllt, die Spielräume für einzelne Optimierungen sind innerhalb der Baustruktur gegeben. Insbesondere die Hotel- und Kongress- sowie Gastronomienutzungen sind sehr gut situiert. Die bauwerksaerodynamische Überprüfung des Projekts ergibt, dass die resultierenden Windkräfte gut beherrschbar sind. Die Überprüfung im Windkanal ergibt keine Verschlechterung zur bestehenden Situation.

Werkliste der Planer:

Isay Weinfeld, Sao Paulo

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Kooperationserklärung und Nominierung des Preisgerichts der Kammer W/N/B vom 12.08.2013 (pdf, 284KB)
Pressemitteilung (pdf, 743KB)
Ergebnisse der Gespräche zu den Verfahrensmerkmalen vom 03.09.2013 (pdf, 177KB)
Protokoll der Preisgerichtssitzung vom 25. + 26.02.2014 - 2. Stufe, (Auszug) (pdf, 121KB)
TeilnehmerInnenliste (pdf, 101KB)
Veranstaltungen
3. Ausstellung - Areal Hotel InterContinental/Eislaufverrein/Konzerthaus
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Historie und Stellungnahmen ZT-Kammer WNB zum Flächenwidmungs- und Bebauungsplan Heumarkt/Intercont
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