Freitag, 21.01.2022
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Entscheidungen | Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck | Arch. DI Astrid Tschapeller, Innsbruck; Arch. DI Michael Steinlechner, Innsbruck; columbosnext - Arch. DI Verena Rauch, Arch. DI Walter Prenner, Innsbruck

Arch. DI Astrid Tschapeller, Innsbruck; Arch. DI Michael Steinlechner, Innsbruck; columbosnext - Arch. DI Verena Rauch, Arch. DI Walter Prenner, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, Preisgeld EUR 11.000,-

Kennnummer: 2
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Modellbild, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext


Plan 1, 1. Stufe, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext (pdf, 3MB)
Plan 2, 1. Stufe, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext (pdf, 4MB)
Plan 1, 2. Stufe, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext (pdf, 3MB)
Plan 2, 2. Stufe, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext (pdf, 4MB)
Plan 3, 2. Stufe, Coworking & Catering auf der Innraininsel, Innsbruck, Tschapeller, Steinlechner, columbosnext (pdf, 5MB)

Bewertung des Preisgerichts:

Informationsrundgang – Projektbeschreibung und erste Projektanalyse:
Drei unterschiedlich modellierte Bauvolumina sind auf einer zweigeschossigen, teiltransparenten
und/oder überhohen Stadtsockelzone als wahrnehmbare Einzelbaukörper aber ein Ensemble bildend aufgesetzt. Eine Stadtterrasse wird durch eine ostseitige Rampenanlage angeboten. Gastro und Markt im Erdgeschoß und dem Nachtclub im Untergeschoß. Die Obergeschoße nehmen das Coworking auf.

Bewertungsrunden mit vertiefender Projektbetrachtung:
Die Idee einen Nutzungsfluss von Gastronomie aufzuzeigen wird gesehen. Es ist aber nicht ganz klar, warum es architektonische Unterscheidungen gibt, wenn doch die gleiche Nutzung vorgesehen ist.
Das Erdgeschoß und das Sockelgeschoß sind flexibel gehalten. Die Unterscheidung zwischen
Masse und Durchlässigkeit überzeugt. Die Preisrichter sehen hohes Entwicklungspotential in Architektur und Erreichbarkeit der oberen halböffentlichen Niveaus.

Empfehlungen für die zweite Bearbeitungsstufe:
Auszuarbeiten ist das gesamte Erschließungskonzept bzw. sind die umfangreichen Rampenbildungen
und Stiegenhäuser zu hinterfragen. Mehrfachnutzungen, Witterungsfragen, Barrierefreiheit und behördliche Auflagen diesbezüglich zu reflektieren und auch zu antizipieren.
Folgende Fragen mögen weiters geklärt werden:
Wie frei ist das Erdgeschoß wirklich? Ist die im Projekt dargestellte freie Durchsicht durch
das tiefergesetzte Erdgeschoß tatsächlich gegeben?
Kann die ebenerdig verbleibende Freifläche vor dem tiefer gesetzten Marktbereich den
Fußgänger- und Radfahrerverkehr aufnehmen und verbleibt Platz für die Unterbringung der
zu erwartenden Quantität der Fahrräder?
Prinzipiell stellt sich die Frage, ob Bedarf an Gastronomieflächen besteht, welche sich über
vier Etagen bis zu einer Terrasse im zweiten Obergeschoß erstrecken; die gastronomische
Standortanforderung scheint aus- und überreizt.

Zweite Bearbeitunsstufe - Projektsichtung:
Das Projekt entwickelt die Grundkonzeption in der zweiten Stufe weiter und stellt eine
Kontextualisierung aus den umgebenden Bauwerken, der konkreten „Insel- und Entrée-Situation“ dar. Gleichzeitig behält es seine Signifikanz.

Bewertung:
Das Projekt zeichnet sich durch die ambivalente Wirkung als Signalbaukörper sowie als
ensemblebildend für die zukünftige Entwicklung der „Innraininsel“ aus. Charaktervoll wird
der Kreuzungspunkt besetzt, dessen Wirkung auch bereits aus der Ferne wahrgenommen
werden kann. Das Projekt besticht durch die Balance von gebauten und nicht gebauten Volumina, womit
die Beziehungen der Straßenbebauungen durchlässig bleiben. Das Stadtterrain wird ein- bis zweigeschoßig transparent und einladend gestaltet und unterstreicht dadurch die Mittellage. Das Vorfeld ist räumlich integriert. Auf diesem transparenten Sockel sitzen zwei bis drei Bauvolumina die als Solitäre rhythmisch den Maßstab der Vis-à-Vis aufnehmen. Diese Volumina werden durch Außenelemente wie Treppen und Rampen belebend aktiviert und ergeben einen zusätzlichem Mehrwert für die Doppelnutzung Gastronomie und Coworking. Die oberen Volumina haben damit auch die Chance ihrer Nutzungsflexibilität und getrennten Erschließung. Die Architektursprache ist engagiert und dem urbanen Ort entsprechend belebend ausformuliert. Besonders hervorhebenswert ist die kontextuelle und transformatorische Haltung zur bestehenden Straßenbebauung. Es entsteht ein gutes Pendant zur Kirche am anderen Ende/Anfang und ein maßvolle Urbanität zur Belebung der unwirtlichen Stätte als
Adressbildung und „active step between hospital and library“ und Längsentwicklung des Innrains.

Empfehlungen:
Die Nutzung und die Flexibilität sollen sich bereits im äußeren Erscheinungsbild noch stärker
widerspiegeln. Der Projektant möge sich hinsichtlich der Ausformung Sockelgeschoß auf die erste Phase, die noch spezifischer wirkte besinnen. Hier ist es auch wichtig, die Materialität zu überdenken. Das Bauwerk kann sich in der Fassadenausprägung noch mehr öffnen. Im Sinne einer besseren Nutzbarkeit für die Anspruch Coworking-Zone ist die Erfordernis der Zäsur zwischen den beiden nördlichen Baukörpern hinsichtlich einer Volumenverschmelzung zu überprüfen. In wie weit eine Weiterentwicklung der Kubatur möglich ist, wird die Überarbeitung zeigen. Die notwendige Belichtung des Unterschoßes muss entwickelt bzw. gesichert werden. Die Erdgeschoßzone sollte gemeinsam mit dem Auftraggeber offen ausdiskutiert werden, der Zugang vom Kreuzungsbereich kann noch attraktiviert und großzügiger werden. Die Überarbeitung des Entwurfes wird durch die gesamte Jury begleitet und abgestimmt. Es wird empfohlen zuerst einen Austausch mit dem Auftraggeber/Bauherrn zu pflegen und dann dem Preisgericht die Überarbeitung nochmals vorlegen. Zwischengespräche können angeboten werden. Das Preisgericht ist vom Potential des Projektes überzeugt und erkennt die richtige Vorgangsweise der Stadt, Stadtplanung und des Gestaltungsbeirates durch einen zweistufigen,
aufwendigen Erkenntnisprozess, der die gegebene Vakanz der unwirtlichen Stelle einer qualitätsvollen Bebauung zuführt und damit als urbane Bereicherung für das Innsbrucker Stadtleben beiträgt.

Werkliste der Planer:

Arch. DI Astrid Tschapeller, Innsbruck
Arch. DI Michael Steinlechner, Innsbruck
columbosnext - Arch. DI Verena Rauch, Arch. DI Walter Prenner, Innsbruck

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Ausschreibung Coworking & Catering auf der Innraininsel (pdf, 230KB)
Juryprotokoll 1. Stufe Coworking & Catering auf der Innraininsel (pdf, 156KB)
Juryprotokoll 2. Stufe Coworking & Catering auf der Innraininsel (pdf, 121KB)
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