Montag, 13.07.2020
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Entscheidungen | Sicherheitszentrum Tirol - Sanierung und Erweiterung Kaiserjägerstraße in Innsbruck | Geiswinkler & Geiswinkler Architekten ZT GmbH, Wien; HD Architekten ZT GmbH, Wien

Geiswinkler & Geiswinkler Architekten ZT GmbH, Wien; HD Architekten ZT GmbH, Wien

1. Rang, Gewinner, 1. Preis, Preisgeld EUR 64.200,-

Kennnummer: 1109
Mitarbeiter: Arch. Dipl.-Ing. Kinayeh Geiswinkler-Aziz
Arch. Dipl.-Ing. Markus Geiswinkler
Barbara Bangerl
Roland Benesch
Vladimir Ivanov
Vivianna Schimmenti
Lena Kainz
Romina Priesner
Michael Hadam
Text: Gabriele Kaiser
Modellbau: Roland Stadlbauer
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Modellbild 1. Stufe, Sicherheitszentrum Tirol, Geiswinkler, HD


Modellbild 2. Stufe, Sicherheitszentrum Tirol, Geiswinkler, HD



Plan 1. Stufe, Sicherheitszentrum Tirol, Geiswinkler, HD (pdf, 2MB)
Plan 2. Stufe, Sicherheitszentrum Tirol, Geiswinkler, HD (pdf, 2MB)

Bewertung des Preisgerichts:

Architektur und Städtebau:
Ein heterogenes, von verschiedenen Gebäudetypen (punktförmig, hofförmig, zeilenförmig), geprägtes Ensemble formt das Projekt. Volumen mit länglichen Maßen, lineare Baukörper mit teilweise kritischen Bauhöhen, insbesondere die Ausformung der Gestaltung der Aufstockung des Bestandsbaukörpers der Landespolizeidirektion überzeugen nur in geringem Maß. Die Anordnung der Baukörper parallel zueinander mit knappen Zwischenräumen schafft in einigen Bereichen verhältnismäßig schwache Belichtungssituationen. Die architektonische Ausformulierung der Fassaden wird in gestalterischer Hinsicht kritisch gesehen. Wichtig anzuführen ist, dass die funktionalen Überarbeitungsvorschläge der 1. Jurysitzung in das Projekt eingearbeitet wurden, dabei verlor der Gesamtentwurf aber an städtebaulicher Qualität. In der nunmehr vorliegenden Fassung (2.Stufe) ist eine durch eine nachteilige Veränderung der Baukörperlängen, Baukörperhöhen und die Aufstockung des Bestandsgebäudes an der Kaiserjägerstraße sowie eine kritische Höhenentwicklung zu den Nachbarn (Kaiserjägerstraße 10) entstanden.

Erschließung:
Die in der Kapuzinergasse markierte Eingangssituation nimmt wie gewünscht in einem Naheverhältnis Zugang und Zufahrt auf und verteilt intern anfänglich im Erdgeschoß und in weiterer Folge im 1.OG die verschiedenen Nutzergruppen.

Funktionalität:
Die Funktionsbeziehung unter den Organisationseinheiten wird auf möglichst kurzen Wegen ermöglicht. Besonders Vorteilhaft ist die Zutritts- und Zufahrtssituation an einer Stelle ebenso wie das Entree mit dem offenen Bürgerservice. Das Spannungsfeld zwischen bürgernahen Dienstleistungszentrum und Sicherheitskonzept wurde in bemerkenswerter Weise gelöst. Ideal gelöst ist die Kanalisierung der unterschiedlichen Nutzerkategorien, insbesondere Besucher PAZ sowie die völlig abgekoppelte Zubringung von festgenommenen Personen. Die Anordnung von Mehrzweckräumlichkeiten, Speisesaal, Küche und Hof in unmittelbare Nähe zum Foyerbereich ermöglicht die vorgesehene multifunktionale Nutzung sowohl im täglichen Dienstbetrieb als auch im Einsatzfall. Die direkte Abfahrt zur TG und Wirtschaftshof, sowie die Befahrbarkeit des gesamten Sammelplatzes ermöglichen eine flexible Reaktion und Nutzung in
unterschiedlichsten Sonder- und Einsatzlagen. Die Erfordernisse der notwendigen Objektüberwachung sind durch die Anordnung der öffentlich zugänglichen multifunktionellen Räume im Erdgeschoß mit möglichst geringen personellen und technischen Aufwand möglich. Die Anordnung der Haft- und Verwahrungsräume Richtung PAZ-Innenhof verhindert eine Sicht- und Geräuschbeziehung zu den übrigen Bereichen des Sicherheitszentrums (insbesondere Hof). Der überdachte Antrittsplatz stellt ebenso einen in der Praxis bedeutsamen Vorteil dar, wie die kurzen und ebenso überdachten Wege zu Besprechungs- und Versorgungsräumlichkeiten. Der Vorteil dieses Projektes liegt somit eindeutig in seiner gut gelösten Funktionalität.

Kritisiert wurde die Bürostruktur, aufgrund ihrer Linearität und Breite der Baukörper, die meist enge Büroerschließungsflächen zulassen und überdies mit wenig Tageslicht versorgt werden. Eine scheinbar angestrebte Büroorganisationsform eines Kombibüros wurde im Prinzip nicht gesamtheitlich durchgehalten und verhindert auch eine angestrebte Flexibilität der Bürozonen. Problematisch ist die Situierung und Lage der Sporthalle und der Schießanlage in Mitten einer Bürogeschoßanlage.

Empfehlungen zur Überarbeitung:
Unter Respektierung der Funktionalität ist das Projekt in folgenden städtebaulichen und architektonischen Punkten zu überarbeiten:
• Die Durchlässigkeit Richtung Villensaggen muss optimiert werden.
• Die starke Linearität und Dimension der Gebäudekörper soll reduziert und umgelagert werden.
• Der Anschluss an das Gebäude Kapuzinergasse 3 ist problematisch. Besser
wäre eine Freistellung des Neubaus mit einer Durchlässigkeit in Richtung Falkstraße.
• Die Maßstäblichkeit und der Schematismus der Fassade gegenüber der denkmalgeschützten Anlage des Kapuzinerklosters soll überarbeitet werden.
• Auf die vorgesehene Aufstockung des Bestandsgebäudes der Polizeidirektion soll verzichtet werden.
• Die Gebäudehöhe des südlich an das Haus Walde angrenzenden Gebäuderiegels soll reduziert werden.
• Die Stellung und die Gestalt des Drittmietergebäudes an der Kaiserjägerstraße soll den Charakter der Volumen der historischen Villensaggen besser respektieren.
• Im Inneren des Sicherheitszentrums schafft die parallele Setzung der Baukörper problematische Engstellen bezüglich Orientierung und Belichtung.
• Generell sollen die Fassaden überarbeitet und differenzierter gestaltet werden.

Werkliste der Planer:

Geiswinkler & Geiswinkler Architekten ZT GmbH, Wien
HD Architekten ZT GmbH, Wien

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Ausschreibung Sicherheitszentrum Tirol (pdf, 858KB)
TeilnehmerInnenanmeldung Sicherheitszentrum Tirol (doc, 90KB)
Juryprotokoll 1. Stufe Sicherheitszentrum Tirol (pdf, 81KB)
Juryprotokoll 2. Stufe Sicherheitszentrum Tirol (pdf, 6MB)
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