Samstag, 11.07.2020
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Entscheidungen | Tiroler Landesarchiv - Neubau Speicher 6, Innsbruck | Arch. DI Paolo Pizzignacco, Hall in Tirol; Arch. DI Christoph Reich, Innsbruck; Arch. DI Clemens Waltl, Innsbruck

Arch. DI Paolo Pizzignacco, Hall in Tirol; Arch. DI Christoph Reich, Innsbruck; Arch. DI Clemens Waltl, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, 1. Preis, Preisgeld EUR 5.400,-

Konsulenten: Tragwerksplanung: Dipl.-Ing. Conrad Brinkmeier
Kennnummer: 7
Mitarbeiter: Die Modellbauer
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Modellbild 1, Tiroler Landesarchiv, Speicher 6, Pizzignacco, Reich, Waltl


Modellbild 2, Tiroler Landesarchiv, Speicher 6, Pizzignacco, Reich, Waltl



Plan, Tiroler Landesarchiv, Speicher 6, Pizzignacco, Reich, Waltl (pdf, 2MB)

Bewertung des Preisgerichts:

Das aus dem späten 19. Jh stammende Bestandsobjekt stellt einen prototypischen Verwaltungsbau dar. In seiner großzügigen und klaren Konzeption, seiner Anlage und der einhüftigen Erschließung öffnet bzw. lebt er von den Qualitäten seiner Vorfelder und seines Hinterlandes. Letzteres ist eben durch den Annex der rezenten Speicherbauten und dem tief gelegten Lesesaales besetzt. Das Entree ist derzeit nicht der Situation angemessenen ausschließlich dem ruhenden Verkehr geopfert. Der Umstand dass der westliche Trakt durch das Verwaltungslandesgericht genutzt wird, gibt der funktionalen Beweglichkeit innerhalb der Gebäudesubstanz noch zusätzlich Einschränkungen bzw. komplexe Vorgaben. Das gegenständliche Projekt nimmt die Adresse und den zur Öffentlichkeit hin gerichteten Gestus des Altbaus an, behält somit den Eingang und führt den Weg in einer räumlich topografischen Steigerung zu der wichtigsten – und letztlich einzigen - Schnittstelle mit der einer Öffentlichkeit zugänglichen Nutzung - dem Lesesaal des Landesarchivs. Dieser liegt in einem den Seitentrakten parallel gestellten brückenähnlich aufgeständerten räumlichen transparenten Bauteil der rückseitig auf einem quergestellten, zwischen den bestehenden Speicherbauten eine Verbindung herstellenden Büro- und Ateliertrakt ruht. In der eingehaltenen Distanz zur Grundstücksgrenze entsteht dort ein allseits umschlossener Lichthof, der den Arbeitsräumen eine adäquate und ruhige Atmosphäre gibt. Sämtliche Speicherflächen liegen in Tieflage in beiden Untergeschossen und sind bestmöglich miteinander verbunden, bzw. sind solche Verbindungen den Nutzeranforderungen entsprechend noch anzupassen. Der freigespannte Lesesaal ist von allen Seiten als die neue einladende Erweiterung und Weiterentwicklung des Bestandsobjektes zu erkennen, sowohl als Verbindungsglied – von einer Seite den von außen kommenden Nutzern zugänglich, von der anderen dem Fachpersonal, ebenso wie als eine überdachte Fläche im Freiraum bildende Spange, die auch zusammen mit dem Altbau als diagrammatische Figur aus dem Blick von oben von den unweiten Höhenlagen wahrgenommen wird. Die bestehenden Speicherbauten mit ihrer markanten bauplastischen Ausformung werden geschickt durch die längs angefügte Erschließungsachse mit dem neuen Bauteil verbunden. Am Berührungspunkt der quer und längs verlaufenden Bauteile kommt konsequenterweise auch die Vertikalerschließung zu liegen, die zusammen mit dem Atriumhof einen interessanten räumlich plastischen Abschluss bildet und auf subtile Art die Symmetrie der Anlage bricht. Das Freiraumkonzept folgt in schlüssiger Weise den funktionalen Vorgaben – ein großzügiges Vorfeld als Shared-Space-Fläche, ein weitgehend befestigter Bereich zur Tempelstraße (nicht zuletzt als Vorfahrt zur Anlieferung) und ein intensiv begrünter Gartenhof im Karree der Archivtrakte. Das Projekt besticht durch seine klare funktionale Zuordnung, deren bauplastischer Entsprechung und dem sparsamen und gleichzeitig selberklärenden Einsatz der volumetrischen und technisch-konstruktiven Mittel. Alle Funktionseinheiten, bis hin zu den Nebenräumen sind mit Aufmerksamkeit zugeordnet und haben an den innen- und außenräumlichen Qualitäten des Entwurfes Anteil. Gleichzeitig ist innerhalb des schlüssigen Konzeptes auch eine gewisse Flexibilität der Nutzung, ebenso wie eine spätere Erweiterung vorstellbar. Wesentlich erscheint, die zugeordneten Freiräume tatsächlich in ihrem Potential auszuschöpfen, dies betrifft insbesondere die Anlage eines dem Anspruch der Institution angemessenen Vorfeldes, wie eine dem Personal entgegenkommende Freiraumnutzung in den Höfen und auf der angedachten Terrasse. Die Materialisierung ist aus dem Projektverständnis heraus von sich aus autonom, in seinem signifikanten Teil mit Metalllamellen angedacht und ist in Abstimmung mit dem Bestand im Sinne einer Gesamtkomposition konsequent weiter zu entwickeln.

Werkliste der Planer:

Arch. DI Paolo Pizzignacco, Hall in Tirol
Arch. DI Christoph Reich, Innsbruck
Arch. DI Clemens Waltl, Innsbruck

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Ausschreibung Tiroler Landesarchiv, Speicher 6 (pdf, 158KB)
Juryprotokoll Tiroler Landesarchiv, Speicher 6 (pdf, 825KB)
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