Donnerstag, 27.02.2020
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Entscheidungen | Wohnbebauung Innsbruck-Igls, Igler Straße 54 | beaufort Architekten ZT GmbH, Innsbruck

beaufort Architekten ZT GmbH, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, 1. Preis, Aufwandsentschädigung EUR 4.000,-

Kennnummer: 4
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Modellbild, Wohnbebauung Innsbruck-Igls, beaufort Architekten


Plan, Wohnbebauung Innsbruck-Igls, beaufort Architekten (pdf, 11MB)

Bewertung des Preisgerichts:

Mit der sensiblen Lesung des städtebaulichen Kontextes entscheidet sich der Verfasser, zwei Baukörper zu setzen, die in ihrem Fußabdruck die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung aufnehmen. Dieser Entscheid begleitet eine Höhenstaffelung beider Gebäude mit einer Viergeschossigkeit des Baukörpers in der Mitte des Grundstücks und einer Fünfgeschossigkeit des Gebäudes entlang des Fernkreuzwegs. Durch die präzise Setzung dieses Baukörpers nahe am Straßenraum wird ein Freiraum zur Igler Straße geschaffen, der das fünfgeschossige Gebäude in Beziehung setzt zu dem großen Bauvolumen entlang der Straße. So wird auch das Bestandsgebäude in seiner historischen Anmutung freigespielt und nahezu inszeniert. Der zweite Baukörper wird mit einem angenehmen Zwischenraum und geometrisch exakter Ausformung in die Tiefe des Grundstücks gesetzt. So entsteht ein Gebäudeensemble, das mit dem Bestandsbau eine räumliche Beziehung aufbaut und die vorhandenen Freiräume in die anschließende kleinteilige Bebauung aufnimmt und in ihren Dimensionen überzeugend weiterführt. Der Zugang erfolgt direkt vom Fernkreuzweg in eine gemeinschaftliche Freiraumzone, die mit Kinderspielzone sowie Aufenthaltsbereiche einen attraktiven Auftakt zu den Gebäudeeingängen schafft. Was in der tieferen Betrachtung jedoch auffällt, ist die zu kurze Tiefgaragenabfahrt, die zwar im Gebäude integriert wird, aber durch die nötige Verlängerung die Qualität der Eingangszone empfindlich beeinträchtigen wird. Auch sind die zu deckenden Fahrradabstellplätze noch nicht überzeugend gelöst und müssten, wie auch der sich jetzt im Untergeschoss befindliche Müllraum, noch stimmiger in diese öffentlichen Gemeinschaftsbereiche integriert werden. Die Grundrisse der beiden Baukörper, die gesamthaft 20 Wohnungen beinhalten, sind gut gelöst und lassen interessante Wohnungszuschnitte zu. Zum Teil sind die Räume durch den Anspruch, einen möglichst kleinen Baukörper zu formen, etwas zu knapp ausgefallen. Auch in den Erschließungsbereichen führt dies zu engen Verkehrswegen, die eine nötige behindertengerechte Erschließung nicht zulassen. Die Gestaltung der Fassaden sind in beiden Baukörpern identisch und bauen auf einer durchgehenden Stockwerksstruktur, zwischen denen Holzpanele gesetzt werden, die in unterschiedlicher Durchlässigkeit eine spannende Raumschicht erwarten lassen. Gesamthaft stellt der Projektvorschlag einen überzeugenden Beitrag dar, in die anspruchsvolle Situation eine dichte Überbauung einzusetzen, die einerseits einen klaren architektonisch und räumlichen Ausdruck generiert und andererseits die vorhandene Freiraumstrukturen der Nachbarschaft zu berücksichtigen vermag.

Empfehlungen für die Weiterbearbeitung:
- Erforderliche Anpassungen im Bereich der Erschließung Stiegenhaus - Verbreiterung - damit barrieregerechte Ausführung möglich ist. Damit verbunden ist eine räumliche Ausdehnung auch in den Wohnungsverbänden. Die sich daraus ergebende Wohnnutzfläche ist 1.450 m².
- Anpassungen und Klärung im Bereich der Fassade und Balkonflächen. Die einheitliche Fassadensprache in Holz muss bei einer Überarbeitung beibehalten werden. Bezüglich der Nutzbarkeit dieser Fassadenschicht braucht es eine Klärung und Präzisierung. Die räumliche Wirkung der Fassade sollte dabei nicht verloren gehen.
- Höhenentwicklung: Das westliche Gebäude ist 15 m hoch, das Erdgeschossniveau muss in der weiteren Planungstiefe noch einmal überprüft werden und an das anschließende Gelände angepasst werden.
- Die Tiefgaragenabfahrt ist in ihrer Ausdehnung und Lage zu optimieren.
- Da der Nachbarschaftsabstand beim linken Baukörper im Süden sehr nahe der Grundgrenze liegt, wird ein zurückrücken entlang der östlichen Grundgrenze vorgeschlagen.

Werkliste der Planer:

beaufort Architekten ZT GmbH, Innsbruck

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Ausschreibung Wohnbebauung Innsbruck-Igls (pdf, 784KB)
Juryprotokoll Wohnbebauung Innsbruck-Igls (pdf, 4MB)
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