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Realisierungen | Architekturpreis des Landes Steiermark 2010 | Gangoly & Kristiner Architekten ZT GmbH, Graz

Gangoly & Kristiner Architekten ZT GmbH, Graz

Anerkennung

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Generalsanierung Hörsaalgebäude Montanuniversität, Leoben. Foto: H. Hurnaus



Bewertung des Preisgerichts:

Das neobarocke Hauptgebäude der Montanuniversität in Leoben wurde in den 1960er Jahren nach Plänen eines Architektenteams unter der Leitung von Karl Raimund Lorenz Richtung Norden um drei parallele Institutsbauten und ein zur Straße hin orientiertes Hörsaalgebäude erweitert, die untereinander und mit dem Hauptgebäude durch einen aufgeständerten Gang verbunden sind. Nach knapp 40 Jahren bedurfte das Ensemble nicht nur einer bauphysikalischen und technischen Erneuerung, es entsprach auch hinsichtlich seiner Raumorganisation und seines Raumangebots nicht mehr den Bedürfnissen der Universität. Der Umbau von Gangoly & Kristiner kann als beispielhaft für den Umgang mit der Architektur jener Zeit gelten, weil die Architekten sich auf Konstruktion, Struktur und Ästhetik eingelassen haben. Das wird eindrucksvoll in der Treppenhalle deutlich: Wie auch im Verbindungsgang wurden die Deckenverkleidungen entfernt, die Stahlbetonstruktur mit ihren Rippen und Unterzügen liegt offen zutage und wird in ihrem Purismus ästhetisch erfahrbar – deutlicher als jemals zuvor. Ein abgehängter dunkelroter Rahmen dient der akustischen Optimierung, unterstreicht aber zugleich die Geometrie des Raums und definiert ein Zentrum. Mit subtilen Mitteln wurden die Qualitäten der Treppenhalle gestärkt, die jetzt deutlich mehr ist als ein Durchgangsraum. Ein breites Fenster im Obergeschoss trägt zur hellen und freundlichen Atmosphäre bei und erlaubt Ausblicke über den vorgelagerten Platz Richtung Bahnhof.
Die Auditorien wurden grundlegend neu gestaltet; da die früheren Vorbereitungsräume nicht mehr nötig sind, konnte die Platzanzahl erhöht und die Ausrichtung des größeren der beiden Säle verändert werden.
Beim Foyer, als Stahlstruktur auf Stützen dem Bestandsgebäude vorangestellt, handelt es sich um die eigentliche bauliche Erweiterung. Der langgestreckte, in den Straßenraum sich ausbeulende Raum dient als Aufenthaltsbereich für die Studierenden, steht aber auch für Tagungen, Kongresse und Empfänge zur Verfügung, die parallel zum Universitätsbetrieb durchgeführt werden können. Von außen gesehen verdeckt der geschwungene Vorbau die frühere Fassade des Auditoriumsgebäudes von Karl Raimund Lorenz. Mit dieser neuen Raumschicht wird nun der Stadtraum an einem wichtigen Punkt akzentuiert. Eine Fassadenverkleidung aus mehrfach geknickten Lamellen soll zu einer dynamischen und plastischen Wahrnehmung des Gebäudes beitragen.

Werkliste der Planer:

Gangoly & Kristiner Architekten ZT GmbH, Graz

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