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Aussichtsturm an der Mur, Gosdorf. Foto: H. Hurnaus



Bewertung des Preisgerichts:

Wo vierzig Jahre lang der Eiserne Vorhang West und Ost trennte, ist inzwischen Frieden eingekehrt und die Murauen bei Gosdorf fügen sich ein in das Biotopverbundsystem „Grünes Band Europa“. Die Aulandschaft ist für Fußgänger und Radfahrer reizvoll, das ist gut für den Tourismus. Doch Aulandschaften existieren auch andernorts, bilden mithin kein Alleinstellungsmerkmal von Gosdorf. Das ist schlecht für den Tourismus. So bedurfte es einer werbewirksamen Attraktion, und die Gemeinde unter Leitung von Bürgermeister Anton Vukan entschied sich für einen Aussichtsturm in den Murauen. Doch auch Aussichtstürme gibt es anderswo, und so sollte es ein ganz spezieller Aussichtsturm werden: architektonisch und konstruktiv wegweisend. Den Sieg im Wettbewerb erlangte das Münchener büro terrain: loenhart&mayr. Auffallend ist, dass Aussichtstürme als Bautypus durch neue Funktionszuweisungen gerade in den letzten Jahren wieder an Attraktivität gewonnen haben. Zum einen entstehen sie, in die Städte gewandert, als Besucherplattformen über innerstädtischen Transformationszonen und dienen damit der Schaulust und dem Standortmarketing; zum anderen erlangen sie im Sinne eines ökologischen Interesses an der Natur neue Bedeutung.
Der 27 Meter hohe und damit die Baumkronen überragende, aus polygonalen Elementen sich bildende Murturm entspricht mit seiner offenen Struktur durchaus der Idee, beim Aufstieg die Lebensräume der Natur, also das Ökosystem des Auwaldes mit seinen „Waldetagen“ ins Blickfeld zu rücken. Doch er tut dies im besten Sinne beiläufig, frei von jeglicher pädagogischer Ambition und nähert sich somit wieder den zweckfrei – kontemplativen Aussichtstürmen des 19. Jahrhunderts an. Dafür haben terrain eine suggestive Treppenstruktur um einen zentralen Hohlraum gewickelt: Auf der einen Seite steigt man hinauf, auf der anderen Seite herab. Nicht von Zwischenpodesten unterbrochen, führen 168 Treppenstufen kontinuierlich in die Höhe, die nicht als Plattform, sondern als Wegstück ausgebildet ist – der Weg ist bei dieser Maschine der Wahrnehmung das Ziel.
Konstruktiv beruht der mit Hilfe eines digitalen 3D-Modells berechnete und optimierte Turm auf einer Primärstruktur aus Trag- und Stützrohren, die im Inneren mit Stahlseilen verspannt ist, um die Schwingungen zu minimieren und die Gesamtkonstruktion zu stabilisieren.
terrain haben als Referenzen für ihren Murturm auf die Doppelhelix der DNA verwiesen, ein Bauprinzip der Natur. Und auf die Doppelwendeltreppe der Grazer Burg. Doch könnte man auch an den Grazer Kalvarienberg mit seinen Treppen und der linearen Wegführung denken.

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