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Realisierungen | Architekturpreis des Landes Steiermark 2010 | UNStudio, Amsterdam

UNStudio, Amsterdam

Anerkennung

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Mumuth, Graz: Foto: H. Hurnaus



Bewertung des Preisgerichts:

Seit 1971 ist die Kunstuniversität Graz im Palais Meran ansässig. Ein angemessener Ort für studentische Darbietungen, Konzerte oder Musiktheateraufführungen blieb ein Desiderat, auch wenn der Umbau der Remise zum Theater im Palais eine gewisse Linderung brachte. Schließlich fiel die Entscheidung, das nördlich der Remise stehende Finanzamt abzureißen und an seiner Stelle ein Konzerthaus zu errichten, das Haus für Musik und Musiktheater MUMUTH.
Die Frage, wie sich ein multifunktionaler Aufführungssaal mit einem komplexen Raumprogramm aus Foyerbereichen, Proberäumen, Werkstätten, Garderoben und Büros verbinden ließe, beantwortete das siegreiche UNStudio aus Amsterdam in seinem Wettbewerbsentwurf mit einem Diagramm, das eine Spiralstruktur variierenden Durchmessers zeigte, die sich um die unterschiedlichen Funktionsbereiche wickelte.
Das realisierte Gebäude erinnert an den Wettbewerbsentwurf, doch die Spiralstruktur ist nicht mehr zu erkennen. Ein Metallgewebe umhüllt das gesamte Volumen, dessen den bestehenden Universitätsbauten sich zuwendende Fassaden leicht konvex ausgebildet sind. Tagsüber wirkt das Gebäude mit seinem grauen Kleid fast ein wenig unscheinbar – um abends, zu den Veranstaltungen, in allem Glanz zu erstrahlen. In den Fassaden installierte LEDs in Grün, Blau und Rot verleihen dem MUMUTH je nach Programmierung ein unterschiedliches farbliches Gepräge, durch das hindurch die Foyerbereiche sichtbar werden, die von dem alle Ebenen verbindenden „Twist“ beherrscht sind. Diese grandiose Treppen- und Rampenkonstruktion aus selbstverdichtetem Beton entwickelt sich aus der Wand des Großen Saals heraus und vereint Decken, Wände und Tragwerk zu einem faszinierenden Raumstrudel. Ingeniös ist es gelungen, die frei geformten Bereiche des Foyers bruchlos mit dem orthogonalen, nunmehr klar viergeschossig organisierten Nordteil des Gebäudes zu verbinden. Als „Blob-to-Box-Modell“ benennen Ben van Berkel und Caroline Bos ihr Konzept.
Der „Twist“ verbindet die drei Säle des MUMUTH: den Orchesterprobenraum im Erdgeschoss, den Probenraum auf der obersten Ebene und schließlich den großen multifunktionalen Saal auf Höhe des ersten Obergeschosses mit gut 500 Quadratmetern Grundfläche. Seit langem wünscht sich die Musikwelt einen Saal, der völlig unterschiedliche Möglichkeiten der Bespielung zulässt und in dem sich die Trennung zwischen Publikum und Bühne aufheben lässt. Das Konzept einer derartigen „salle modulable“ stammt ursprünglich von Pierre Boulez und wurde in Graz vorbildlich umgesetzt.

Werkliste der Planer:

UNStudio, Amsterdam

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