Sonntag, 22.10.2017
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Realisierungen | Architekturpreis des Landes Steiermark 2010 | PURPUR.ARCHITEKTUR ZT GmbH, Graz

PURPUR.ARCHITEKTUR ZT GmbH, Graz

2. Stufe

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Nominierung: GoGo - das Stadthaus, Graz. Foto: H. Hurnaus



Bewertung des Preisgerichts:

Die sukzessive Aufwertung des Annenviertels in Graz war eine günstige Voraussetzung für
die Schließung einer komplizierten innerstädtischen Baulücke: Die Bauflucht der St. Georgengasse verebbte in einem dreigeschossigen Gründerzeithaus, dahinter schob sich eine Lagerhalle für Südfrüchte Richtung Orpheumgasse, die Ecke war unbebaut geblieben. Die Lagerhalle durfte partiell abgerissen werden und die Investoren erhielten die Auflage, in ihrem Baukomplex Ersatz für die eliminierte Hallenfläche zu schaffen.
Das Architekturbüro PURPUR konzipierte eine insgesamt sechsgeschossige, winkelförmige und an der Ecke abgeschrägte Bebauung, welche den Block schließt und sich mit drei Geschossen über das bestehende Haus an die im Zuge der Baumaßnahmen sanierte Gründerzeitbebauung an der St. Georgengasse schiebt. Entsprechend dem gültigen Baureglement fliehen die oberen beiden Geschosse zurück und wirken mit ihren eingeschnittenen Dachterrassen halb wie ein ausgebautes Dach und halb wie ein doppelgeschossiger Dachaufsatz. Für die unteren Geschosse entstanden Außenräume in Form von Balkonen auf der Hofseite.
Insgesamt enthält der Baukörper 28 Eigentumswohnungen in einer für den zeitgenössischen Wohnungsbau in Graz ungewöhnlichen Vielfalt von Typologien – von der Kleinwohnung über den Lofttyp und die Maisonettewohnung bis hin zum Penthouse, wobei die Größen zwischen 35 und 135 Quadratmetern variieren. Das ist eine wesentliche Qualität des Projekts. Bei den Wohnungen selbst achteten die Architekten auf größtmögliche Flexibilität der Raumaufteilung. Frei stehende Tragwerkstützen erlauben unterschiedliche Raumkonfigurationen, doch die Idee der verschiebbaren Wände stieß – wie auch die Betonsichtigkeit im Inneren – nur bei einigen der Eigentümer auf Gegenliebe. Umgesetzt werden konnte der gewünschte Variantenreichtum hingegen bei den Fenstern, die teils auf Brüstungshöhe beginnen, teils tiefer hinuntergezogen sind oder auch ganz als geschosshohe Festverglasungen umgesetzt wurden. Die somit erzielte Vielfalt prägt entscheidend das Bild der Fassade, deren schwer definierbarer Farbton gut mit jenem des Parkhauses gegenüber und dem Anthrazit des Orpheums harmoniert. Über dem Bestandsgebäude an der St. Georgengasse wurde der Aufbau mit einem Metallraster versehen, das die helle Farbe des Sockelbaus aufgreift und formal wie farblich im engen Rhythmus der Balkongitterstäbe auf der Hofseite nachhallt.
Dank günstiger Mieten haben sich im amputierten Hofgebäude mit seiner offenen Balkenstruktur im Inneren Angehörige jenes Wirtschaftszweigs angesiedelt, den man heute Kreativwirtschaft nennt.

Werkliste der Planer:

PURPUR.ARCHITEKTUR ZT GmbH, Graz

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