Mittwoch, 19.02.2020
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Realisierungen | HTBLA Hallstatt Sanierung und Erweiterung | riccione architekten, Innsbruck

riccione architekten, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, 1. Preis, Preisgeld EUR 13.000,-

Kennnummer: 6
Mitarbeiter: Benedikt Hörmann
Klaus Oberwalder
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Plakat 1


Plakat 2


Schaubild 2


Schaubild 1




Bewertung des Preisgerichts:

Theoriegebäude:
Das Bestandsobjekt steht als Solitär am Entree zu jener landschaftlich und städtebaulich signifikanten Situation, für welche Hallstatt bekannt und entsprechend wahrgenommen wird. Der historische Baukörper wirkt, seine Breitseite zum See ausrichtend und von der Landseite her erschlossen, richtungsneutral und ist in seiner typologischen Mächtigkeit mit den angefragten Ergänzungen auch nicht überformbar. Folgerichtig werden diese in einen eigenständigen Solitär in Verlängerung des Südflügels untergeracht, der in deiner Volumetrie dem Charakter des Objektes, der Nachbarschaft, ebenso den Blickachsen entlang der Straße den entsprechenden Respekt erweist.
Die horizontal angelegte und vom Zugangsniveau abgehobene Ausrichtung gibt im Vorfeld einen einladenden und geschützen Freiraum, die Durchlässigkeit bleibt dabei nach allen Richtungen entsprechend gewahrt. Das begleitend ansteigende Straßenniveau und die entsprechende Niveauangleichung auf die Sockelhöhe wird geschickt durch die breite Freitreppe gelöst. Die Anbindung der neuen Räume an den Altbau ist flächensparend und plausibel gelöst. Dabei gelingt es über die neu eingeführte Treppe eine angemessene, jedoch nicht übertriebene räumlich plastische Durchdringung von Innen- und Außenräumen herstellen.
Diese grundrissliche Disposition erlaubt in funktioneller Sicht auch andere Varianten der Nutzung anzudenken (wie z.B. Anpassung bei den WC-Gruppen etc.), die allerdings die Vorzüge dieses Vorschlages nicht beeinträchtigen und mit den Nutzern abgestimmt werden können.
Der Einbau des Liftes erfolgt diskret und ohne großen Aufwand in der Struktur des Altbaus.

Werkstättengebäude:
Das Areal der Werkstätten liegt in einem topografisch komplexen Umfeld. Landschaftlich dominante Gebirgsmassive und der direkte Zugang zum See geben einen Rahmen, vor dem sich touristische Nutzungen, ebenso wie private Nachbarschaften mit solchen der Öffentlichkeit wie eben der gegenständliche Schulbau überlagern. In dieser Konsequenz wird der, der Schule zugeordnete Freiraum als "geborgte Landschaft" der Uferpromenade und den Badeanlagen gesehen, ebenso stellen die landschaftlichen Reize einen erheblichen Mehrwert für die Atmosphäre der Schule dar.
Das Projekt stellt dem unverrückbaren und seine Entstehungszeit repräsentierenden Werkstättenbau zwei als "eigenständig" gesehene Objekte hinzu und entgegen, die dem Bestand - wenngleich in seiner Erscheinung fast unverändert - seine Schärfe nehmen. Dies gelingt auf unterschiedliche Weise.
Zum See prägt ein bauplastisch expressiver Körper die Ansicht aus dem Nahebereich des Uferweges, ebenso die Wahrnehmung aus dem Fernblick. Diese Qualität wird einerseits durch eine balken- oder hebelähnlichen Auskragung des Volumens erreicht, eine strukturell komplexe Gliederung der Fassadenelemente, der bewussten Durchlässigkeit der Erdgeschosszone und einer ebenso durch eine Zäsur vom Altbau getrennten abgerückten Begrenzung und klaren Abgrenzung des westseitig geschlossenen Baukörpers. Diese Qualitäten sind für die überzeugende Ausformung wesentlich und sind ungeachtet der noch zu präzisierenden Art der Anbindung unbedingt aufrechtzuerhalten.
Der zweite Zubau zu den Werkstättengebäuden ist als erdgeschoßig angelegter flacher "Pavillon" ausgebildet. Die Struktur erlaubt die einzelnen Funktionsbereiche additiv aneinander - und somit auch austauschbar und zuordenbar - zu reihen. In der Ausrichtung Land - See ist somit für alle Bereiche ein entsprechend reizvoller Außenraumbezug gegeben. Der flache Baukörper tritt gegenüber dem Umfeld unprätentiös auf. Wesentliche Blickachsen bleiben somit über die Dachebene hinweg bestehen. Das Dach selbst ist als Erweiterung des Außenraumes zu sehen und ist über die Atrien und die Freitreppe atmosphärisch mit diesem verbunden. Der Stellenwert einer solchen von zahlreichen Talblicken und dem Obergeschoß des Altbaus einsichtigen Fläche als "fünfte Fassade" wird als Mehrwert gesehen.
Kontroversiell wird die nicht gegebene geschützte Überquerung der Zwischenräume zwischen den Bestands- und Neubauobjekten diskutiert. Eine derartige Verbindung ist möglich, soferne die originären Qualitäten der prägenden Entwurfselemente nicht außer Kraft gesetzt werden und kann als Ergänzung des Entwurfes betrachtet werden. Gerade die plastische Auflösung und Formbarkeit der Elemente gibt dem Projekt ein hohes Potential an Flexibilität. In der präzisen Umsetzung der noch abzustimmenden Nutzungen ist darüber hinaus noch eine Schärfung der Aussagekraft zu erwarten.

Werkliste der Planer:

riccione architekten, Innsbruck

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