Montag, 06.12.2021
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Entscheidungen | Aufstockung Gutenbergstraße 2 - 6, Innsbruck | Arch. DI Thomas Giner, Arch. DI Erich Wucherer, Innsbruck

Arch. DI Thomas Giner, Arch. DI Erich Wucherer, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, Preisgeld EUR 5.375,-

Kennnummer: 6
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Modellbild, Aufstockung Gutenbergstraße 2 - 6, Giner, Wucherer


Plan, Aufstockung Gutenbergstraße 2 - 6, Giner, Wucherer (pdf, 928KB)

Bewertung des Preisgerichts:

Wesensmerkmal und zugleich Stärke sind die dem Projekt
innewohnende strukturelle Logik, die aus dem Bestand heraus
entwickelt ist und zu einer Wohnungssystematik führt, die mit
dem Angebot von 10 Zweizimmerwohnungen im 1.
Aufstockungsgeschoß und 5 Vierzimmerwohnungen im 2.
Aufstockungsgeschoß einen Wohnungsschlüssel anbietet,
welcher der Erwartungshaltung des Auslobers, des
Wohnungsamtes und der Wohnbauförderung entspricht. Die
professionelle Herangehensweise innerhalb der Aufgabenstellung
positioniert die Sanitärräume im Bereich der bestehenden
Schächte bei den Stiegenhäusern, sodass keine schwer zu
beherrschenden Horizontalverzüge zu erwarten sind. Größere
Fußbodenaufbauhöhen über der letzten Bestandsdecke aus
Holzträmen wäre, wenn dann nur aus
Deckenverstärkungsgründen, nicht aber aus diesem Titel zu
erwarten. Die grundrissliche Schichtung aus tragenden
Außenwänden und tragender Mittelwand mit den integrierten
Kaminen wird als Gliederungs- und Zonierungsprinzip der
Aufstockung beibehalten, was zu einer einfachen statischen
Konstruktion beiträgt. Die Lösung für die barrierefreie
Erschließung des Bestandes mit den maßvoll von der
Bestandsfassade abgerückten Liften in Kombination mit
seitlich angeordneten nicht allzu tiefen Balkonen verspricht
eine gute Nutzbarkeit dieser mit Zugängigkeit direkt aus der
Wohnung heraus und Wahrung der nötigen Privatheit durch
Aufschließung der Wohnungen über eine eigene
zwischengeschaltete Zugangsplattform (siehe hierzu
Empfehlungen des Preisgerichtes). Die Fassung dieser
Plattform mit, den Liftschacht flankierenden, Vertikallamellen
schafft bei der Aufstockung schöne Vorbereiche. Die
straßenseitige Höhenentwicklung und Fassadenlösung unter
Beibehalt des prägenden Hohlkehlengesimses mit schmalen,
in den neuen Dachkörper eingeschnittenen Loggien und
seitlichen, zu diesen orientierten Verglasungen der flankierenden
Zimmer ist als gelungen zu bezeichnen und vermeidet ein
übermäßiges „Aufreißen“ des aufgesteilten Dachkörpers. Die
hofseitige Fassade stellt zwar ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen horizontaler und vertikaler Gliederung sicher, ist aber
im Verhältnis zur Bestandsbasis noch verbesserungswürdig
(siehe Empfehlungen des Preisgerichtes).

Empfehlungen des Preisgerichtes:
Die Zugangsplattformen der Hauptpodeste vor den Liften sollten
beim Bestand derart verschmälert werden, dass die bestehenden
kleinen Loggien mit den neuen Balkonen zusammenhängende,
wohnungsbezogene Freibereiche bilden und die Erschließung
dieser wahlweise – wie bisher – über die Loggien oder über neu
zu schaffende Balkontüren von den Wohnräumen oder
Wohnküchen aus erfolgen kann. Die hofseitige Fassade soll
derart weiterentwickelt werden, dass durch Einführen eines
niedrigen Parapets in der oberen Dachgeschoßebene der
vertikale Brandüberschlagsschutz aus der darunterliegenden
Wohnung ohne Brandschutzverglasung sicher gestellt ist. Die
erwarteten Verbesserungen der Fassadengliederungen betreffen
vor allem die Proportionen der Fenster im Verhältnis zum
Bestandskörper und gegebenenfalls im Zusammenspiel damit,
auch die Länge der Balkone in den beiden obersten Dachebenen.
Es soll auch versucht werden, eine Ausnahmegenehmigung des
TÜV zu erwirken, um die überhohen, das ausgewogene hofseitige
Erscheinungsbild störenden, Liftüberfahrten auf Basis des
Juryprotokolls und einer Empfehlung des Gestaltungsbeirates auf
ca. 2,7 – 2,8 m reduzieren zu können, sodass die neue Traufe
durch die Liftüberfahrt nicht überragt wird. Es soll überprüft
werden, ob die neuen Familienwohnungen in der oberen
Dachebene - so wie in der unteren Dachebene - auch von der
gemeinsamen Aufschließungsplattform aus erschlossen werden
könnten, was die Möblierbarkeit der angegliederten Balkone
wesentlich verbessern würde. Auf der Straßenseite sollten die
aus der Dachfläche herausgeklappten, kurzen
Loggiaüberdeckungen in Form von Pultanschieblingen entfallen.
Eine verbesserte Wetterschutzfunktion könnte auch durch ein
annähernd spitzartiges Zusammenführen der geneigten
Dachfläche mit der Untersicht der Decke über der Loggia
erzielt werden.

Werkliste der Planer:

Arch. DI Thomas Giner, Arch. DI Erich Wucherer, Innsbruck

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Ausschreibung Aufstockung Gutenbergstraße 2 - 6 (pdf, 227KB)
Juryprotokoll Aufstockung Gutenbergstraße 2 - 6 (pdf, 532KB)
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