Freitag, 03.12.2021
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Entscheidungen | Erweiterung des Kindergartens Sieglanger, Innsbruck | Arch. DI Michael Kapeller, Innsbruck

Arch. DI Michael Kapeller, Innsbruck

1. Rang, Gewinner, 1. Preis, Preisgeld EUR 7.700,-

Konsulenten: Tragwerksplanung: tragwerkspartner zt gmbh
Kennnummer: 8
Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Mag. Juli Oberhofer-Kapeller
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Modellbild, Kindergarten Sieglanger, Kapeller


Plan, Kindergarten Sieglanger, Kapeller (pdf, 7MB)
Plan Überarbeitung, Kindergarten Sieglanger, Kapeller (pdf, 4MB)

Bewertung des Preisgerichts:

Das Projekt arbeitet mit einem fließenden Raumkontinuum zwischen Außen und Innen. Der Eingangsbereich ist durch ein Atrium dominiert, das vom Essbereich umschlossen wird. Das Atrium stellt eine räumliche Trennung, jedoch optische Verbindung dar. Das OG bietet zwei neue Gruppenräume an, die sich zu einer attraktiven Multifunktionszone hin orientieren, sowie einen zusätzlichen Bewegungsraum, der an das Atrium anschließt. Zusätzlich gibt es zwei großzügige Terrassen, die in Verbindung mit dem Erschließungsgang interessante Ein- und Ausblicke bieten. Die Freiräume im Westen und Osten sind nicht dargestellt, der Freiraum im Süden der schule ist neu organisiert und bietet unterschiedliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche an. Das Projekt ist durchdacht und feinfühlig. Der nachvollziehbare Wunsch einer Filterung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen wird durch den Kunstgriff eines Atriums gelöst. Der Jury fehlt jedoch die notwendige Großzügigkeit für so eine Geste aufgrund der beengten räumlichen Situation. Aufgrund der großen Fassadenabwicklung wird das Projekt als energetisch nicht effizient eingestuft. Die Kommunikation zwischen Aufenthaltsbereichen und Erschließungsbereichen durch großzügige Glaselemente wird aufgrund ihrer Offenheit geschätzt, andererseits werden raumakustische Nachteile befürchtet und die Frage nach fehlender Privatheit gestellt.

Jurytext nach Überarbeitung:
Das Projekt 008 hat im Zuge der Überarbeitung deutlich gewonnen. Die Städtebauliche Setzung wirkt schlüssig, der Neubau hebt sich als sichtbarer Baukörper vom Bestand respektvoll ab und ergänzt die vorhandenen Räumlichkeiten in logischen Sequenzen. Durch zahlreiche Fenster, bewusst gesetzte Oberlichter und ein mittiges Atrium entsteht ein lichtdurchflutetes Raumkontinuum, das eine eigene, positive Ausstrahlung vermittelt. Der Eingangsbereich wirkt trotz der geforderten funktionalen Trennung einladend, die Reduktion des Innenhofes auf ein Atrium scheint schlüssig. Kritisch wird die zentrale Position des Heizraumes gesehen, einerseits da sie die fließenden Räume unterbricht, andererseits würde ein Umrüsten auf eine alternative Energieform nachträglich massive Eingriffe in den Neubau bedeuten. Die Lage des Personenliftes könnte präziser gesetzt sein, in Kombination mit dem Atrium bietet sich hier eine transparente Lösung an, die im Kindergartenbetrieb ohne
Zweifel eine gewisse Attraktion darstellen würde. Der Tagesheim- und Essbereich über das Atrium hinweg zeigt einen fließenden Raum auf, der sich in die Südterrasse erweitert, die Nordterrasse des ursprünglichen Beitrages wäre auch hier ein Gewinn. Bei Bedarf lassen sich die Funktionsbereiche durch Trennwände abgrenzen, hier ist auch noch die Möglichkeit zur Abtrennung des Tagesheimes zu ergänzen. Auch die Organisation des Obergeschosses hat durch die Überarbeitung an Klarheit gewonnen. Der Marktplatz als zentrales, pädagogisch zeitgemäßes Angebot ist klug gesetzt, und formt einen spezifischen Raum. Die Gruppenräume sind wie gehabt großzügig, mit zentralem, beidseitig andienbarem Funktionsraum. Die Nordterrasse wurde nun reduziert, sie bietet den kleinen Gästen einen Blick in die Natur in Augenhöhe und belichtet die umliegenden Räume. Der Bewegungsraum zwischen Nordfront und Atrium verspricht hohe Qualität. Die Abgrenzung des Atriums zum Obergeschoss (Brüstung/Netzstruktur/Verglasung) ist im Hinblick auf Lärm und Geruchsentwicklung vom erdgeschossigen Essbereich nochmals mit den Auftraggebern zu diskutierten. Der Freiraum zeigt gute Ansätze, um den Südgarten in nutzbare Raumsequenzen aufzuteilen. In diesem Sinne ist ein Konzept für den gesamten Freibereich des Kindergartens zu erarbeiten. Das Projekt zeigt einen sensiblen Umgang mit der durchaus herausfordernden Aufgabe im Bestand zu arbeiten. Da im Projektverlauf ohne Zweifel aufgrund der Bestandssituation neue Parameter hinzukommen werden, erwartet sich die Jury von den Verfassern bei möglichen Änderungen ebenso überlegte und sensible Ansätze und wünscht dem gesamten Team viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung!

Überarbeitungshinweise:
- Der Tagesheimbereich muss vom Essbereich abtrennbar sein, da ansonsten zu starke Störungen zwischen den Nutzern hervorgerufen werden.
- Auf die zur Terrasse im 1. Geschoss führende Freitreppe sollte verzichtet werden, da diese den Vorplatz stört und funktional als nicht notwendig erachtet wird.
- Der Bereich Heizraum, KG-Leitung und Lift sollte räumlich großzügiger gelöst werden. Vorstellbar ist, dass der Lift Teil des verglasten Atriums wird.
- Von der IIG soll untersucht werden, ob nicht bereits im Zuge der aktuellen Neubaumaßnahmen eine nachhaltige Haustechniklösung vorgesehen wird (evtl. Pellets-Heizung oder Grundwasserwärmepumpe mit Photovoltaik, evtl. größerer Technikraum im UG langfristig nachhaltige Lösung).
- Der qualitätvolle Ansatz der Freibereiche sollte über das gesamte Areal gedacht werden.
- Die Möglichkeit eines direkten Ausganges im Norden des Erdgeschoßes sollte wieder aufgenommen werden.
- In der weiteren Projektbearbeitung ist die Kostensituation zu berücksichtigen.

Werkliste der Planer:

Arch. DI Michael Kapeller, Innsbruck

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Ausschreibung Kindergarten Sieglanger (pdf, 164KB)
Juryprotokoll Kindergarten Sieglanger (pdf, 2MB)
Juryprotokoll Überarbeitung Kindergarten Sieglanger (pdf, 2MB)
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